Alljährlich am zweiten Sonntag im September, am Wochenende auf oder nach Mariä Geburt (8. September), feiert man in Bonn-Beuel-Pützchen den Pützchens Markt, den größten Jahrmarkt des Rheinlandes.

Unzählige Besucher aus den benachbarten Regionen Vorgebirge, Eifel, Hunsrück, Westerwald und Siegerland strömen während sechs Tagen nach Pützchen.

Wie der Name "Pützchens Markt" erkennen lässt, hat der Ursprung des Marktes mit einem Brunnen zu tun, dem "Pützchen"; im Lateinischen "Puteus", im Französischen "Puits", im Rheinischen "Pütz" oder "Pützchen".

Chroniken berichten davon, dass vor tausend Jahren eine große Dürrezeit im Rheinland herrschte, die Mensch und Vieh zu den noch wasserführen- den Flüssen zog. Während einer Bittprozession ereignete sich zwischen 999 und 1005 n. Chr. das "Quellwunder von Pützchen".

Die Äbtissin des benachbarten Stiftes Vilich, Adelheid (960 - 1015), kniete auf freiem Felde nieder, und bat ge- stützt auf ihren Äbtissinnenstab um göttliche Hilfe. An jener Stelle, wo ihr Stab im Erdboden versunken war, ent- sprang eine Quelle, das "Pützchen".

Nach dem Tode der Äbtissin Adelheid sprach man schnell von Wunder- heilungen, die sich an deren Grabe in der Stiftskirche St. Peter zu Vilich zugetragen haben sollen. Rasch wuchs die Zahl der Pilger an, und aus der Verehrung Adelheids entwickelte sich die Adelheidiswallfahrt.

Pilgerte man zunächst noch zum Grab in die Stiftskirche von Vilich, so ver- lagerte sich in späteren Jahren die gesamte Wallfahrt ans Pützchen, dessen Wasser, im Volksmund "Brönnsches Wasser" genannt, Heilung versprach.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass "Brönnsches Wasser" alaunhaltig ist, und Augen- leiden zu lindern vermag.

Die Adelheidiswallfahrt am Pützchen zog im Laufe der Zeit immer mehr Pilger an. Händler boten ihre Waren feil, Gaukler unterhielten ihr Publikum. Der Pützchens Markt, erstmals erwähnt 1367, war geboren.

Da der religiöse Charakter der Wall- fahrt immer mehr abhanden kam, und das Markttreiben meist in Saufge- lagen endete, terminierte man später die Wallfahrt um acht Tage vor.

Die gegenwärtige Adelheidisoktav beginnt mit der Brunnenweihe im Rahmen der Vorabendmesse zum letzten Sonntag im August. Sie endet am ersten Sonntag im September, dem Sonntag vor Pützchens Markt.

Am Wallfahrtssonntag, heuer am 2. September 2012, erreichen zahl- reiche Prozessionen von fern und nah Bonn-Beuel-Pützchen. Zum Abschluss der Oktav zieht man bei Anbruch der Dämmerung in einer feierlichen Lichterprozession mit den Reliquien der hl. Adelheid um den Adelheidis- platz, dessen Zentrum das nunmehr seit eintausend Jahren sprudelnde Pützchen ist.

Um das Band zwischen Markt und Wallfahrt aufrechtzuerhalten, feiert man am Pützchens-Markt-Sonntag im Festzelt auf den Marktwiesen die hl. Messe.

Am 27. Januar 1966 wurde "Adelheid von Vilich" von Papst Paul VI. zur Ehre der Altäre erhoben und heilig gesprochen. Während des Pontifikats Papst Benedikt XVI. wurde sie am 8. September 2008 neben den hll. Märtyrern Cassius und Florentius zur Stadtpatronin von Bonn erhoben.

Die Kirche begeht den Festtag der hl. Adelheid alljährlich am 5. Februar, den Festtag der hll. Märtyrer Cassius und Florentius alljährlich am 10. Oktober.

Pützchens Markt bei Nacht


Adelheidisbrünnchen ("Et Brönnsche")


Stiftskirche St. Peter, Bonn-Beuel-Vilich


Grabstätte der hl. Adelheid in der Stiftskirche


Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Adelheid
mit Adelheidisbrünnchen, Bonn-Beuel-Pützchen


Lichterprozession zum Abschluss der Adelheidisoktav


Eucharistiefeier am Pützchens-Markt-Sonntag
im Festzelt auf den Marktwiesen


"Wahre Abbildung des biltniis S. Adelheidis nevenst dem Heil-ligen Brunnen gegen über Bonn, woselbsden durch Gottes genadt und vorbitt der obgedachte H. Jungfrau unzalbar miraculë geschen"



© 1998-2012 by www.puetzchens-markt-webcam.de